Wien ist nicht nur die Heimatstadt von Tupalo.com, sondern auch die Stadt der Fiaker, Sissi und ja auch die der Kaffehäuser. MIt Bedacht meinen wir “Kaffeehäuser” und nicht Cafés. Mit unserem Büro inmitten der Stadt und einem gewissen kulinarischen Bildungsauftrag, den wir zu erfüllen haben, haben wir uns schlau gemacht und eine Wien’s beste Kaffeehäuser gesucht und gefunden. Klarerweise verstehen wir unter Kaffeehäusern keine Starbucks Filialen, sondern eher Ober im Frack und wo der Kaffee das Schlusslicht der Relevanzkette spielt. Und unter “beste” meinen wir eine Mischung die möglichst allen und jedem gerecht wird. Das soziale Gefüge im Kaffeehaus – das ist es was ein Wiener Kaffeehaus ausmacht und warum sich das Konzept auch in die Welt getragen hat. Da fällt uns auch gleich ein passender Witz dazu ein:
Sitzen 3 Herren im Kaffeehaus. Sagt der Eine zum Ober “Einen Einspänner”, der Zweite: “Einen Melange, Herr Ober und der Dritte schließt die Bestellung mit “Einen Großen Braunen” ab. Der Ober nickt geht in die Küche und sagt: 3 Kaffee, bitte.
Genug der seichten Witze, stürzen wir uns ins Gefecht:
Es gibt wohl keine andere Möglichkeit als mit dem weltberühmten und touristisch genährten
Café Landtmann zu beginnen. Eine Institution, nicht nur für die Wienerinnen und Wiener sondern auch für die vielen Touristen. Die Ober sind betont unhöflich, nicht wirklich auf Zack und es tummeln sich viele zum einfachen Schauen. Die süßen Nachspeisen sind hochpreisig, der Kaffee bedingt trinkbar und der Caffe Latte heißt hier noch Häferlkaffee. Alle Ingredentien die also notwendig sind um ein altehrwürdiges Kaffeehaus lang leben zu lassen. Seit einigen Jahren wurde der vordere Teil um einen Glaskomplex erweitert, der sich zwar schön integriert aber doch den Charme des Hauses reduziert. Ganztags gibt es auch Schnitzel, Schweinsbraten und andere Nationalgerichte – die sind übrigens äußerst empfehlenswert.
Das
Café Griensteidl am Ende des Kohlmarkts am Michaelerplatz gelegen ist ein alterwührdiges Wiener Traditionskaffeehaus. Hier wird noch geraucht, die Zeitungen liegen wohl sortiert und international besetzt auf. Die KellnerInnen schon etwas freundlicher und die Preise auch akzeptabel. Ein großräumig angelegte Halle wo sich oft Menschen mehrere Stunden aufhalten, sei es für Geschäftstermine oder Studenten die über Bücher starrend dort lange verharren. Komplett rauchfrei übrigens!
Nicht im ersten gelegen, dafür umso empfehlenswerter, ist das
Café Florianihof. Das hat sich nicht nur als großräumig angelegtes Kaffeehaus im 8. Bezirk einen Namen gemacht, sondern auch als respektables Restaurant für Zwischendurch. Das Interieur ist wunderschön und irgendwo inmitten Klassik und Moderne. Alles sehr einfach, nichts wirkt gespielt und die Bedienung passt ins Geschehen. Der Kaffee ist hier auch äußert gut und das Zeitungs und Magazinangebot ist beachtlich. Nicht fernab der Laudongasse bzw. dem Cafe Hummel auf jeden Fall einen Abstecher wert. Letzteres darf in unserer Liste natürlich auch nicht fehlen.
Das
Café Hummel ist auch eine Insitution außerhalb des ersten Bezirks und ist in optimaler Lage auch im 8. gelegen. Hier wird ähnlich dem Landtmann richtig gekocht und zu Mittagszeiten demnach auch ein äußerst gut besuchtes Kaffeehaus. Innen drinnen gibt es unserer Meinung nach Nachholbedarf, aber im Sommer im Freien ist es auf jeden Fall empfehlenswert.
Wer es eher rustikal, original und alt mag dem sei das
Cafe Alt Wien ans Herz gelegt. Eines der charmantesten Cafés in ganz Österreich und auch berühmt unter Touristen. Das Interieur ist zugepflastert mit alten und neuen Plakaten für Kabarettprogramme oder Theaterabende. Mitten drin auch immer wieder ein Qualtinger oder Farkas Spruch aus vergangenen Zeiten. Hier wird jedoch eher selten Kaffee getrunken sondern gegen Nachmittags gern ein paar Frankfurter mit Bier oder ein Achterl Rotwein. Ein Unikat durch und durch, sehr gut versteckt in der Bäckerstraße und oftmals schwer einen Platz zu ergattern. Kurzes Warten an der Theke zahlt sich jedoch aus.

Eine Bereicherung in vielerlei Hinsicht ist das
Cafe Prückel am Stubenring. Hier spielt am Wochenende eine Pianistin. Die Sitzbänke sind Original Nachkriegszeit, die Leuchtschrift am Eingangsercker ist äußerst einladend und das Essen ist auch gut. Der Toast ist empfehlenswert und die Einspänner. Auch für ausgedehnte Gesprächsrunden am Wochenende sehr zu empfehlen. Bekannte Schauspieler und Dichter lesen hier auch in regelmäßigen Abständen aus bekannten Werken und somit ist das Prückel auch ein idealer Ort um nach interessanten kulturellen Veranstaltungen Ausschau zu halten.
Gut versteckt und fernab von touristischen Einflüssen gibt es das neu erstrahlte
Café Naber. Mit frischer Deko innen und den alten Gemäuern außen wird der selbst produzierte Naber Café serviert. Das Kaffeehaus ist klein und ideal für einen schnellen Melange oder kleinen Braunen unter Tags.
Das
Café Sperl darf in dieser Liste auch nicht fehlen. Ein Traditioneskaffeehaus in Österreich. Ein Familienbetrieb wo Wert auf die Liebe zum urigen Detail gelegt wird. Die Mittagsteller sind auch sehr zu empfehlen. Bekannt wurde das Sperl auch als Filmlocation für den Hollywoodstreifen “Before Sunset”.
Uns ist bewusst, dass wir hier nicht alle guten Kaffehäuser untergebracht haben, das würde zuweit führen. Aber auch für Neuankömmlinge, Touristen oder zugereiste Wiener soll hiermit eine kleine Einführung und ein Überblick gegeben werden. Eine komplette Liste aller Cafes in Wien gibt es hier.